Was Designer und ihre Leistungen wert sind

Was ist ein Wert?

Aus soziologischer Sicht umfasst der Begriff des Werts zunächst einmal alle Bewertungen von Überzeugungen und Begehren. Diese abstrakte Quantität teilt sich in drei Kategorien – den ursprünglichen und wichtigsten des Zusammenlebens: den Wahrheitswert, den Nützlichkeitswert und den Schönheitswert. (Nach Gabriel Tarde, interpretiert von Bruno Latour.)

In Bezug auf das, was berufliche Designer entwerfen und gestalten, bedeutet dies, dass es hier um die Wahrhaftigkeit der Person und deren Leistung geht. Ferner um die Nützlichkeit der Leistung und schließlich um das Ergebnis. Letzteres kann ein gedanklich gestaltetes Mentefakt, ein sozial gestaltetes Soziofakt oder ein dinglich gestaltetes Artefakt sein. Und natürlich ist auch die Schönheit, die Ästhetik der Leistung ein entscheidendes Fakt.

Die drei Wertekategorien beziehen sich also nicht nur auf das immaterielle oder materielle Ergebnis einer Leistung, sondern auch auf die Person, die diese Leistung erbringt. Daher ist die Frage nach dem Wert, nur unter Einbeziehung einer Persönlichkeit zu beantworten.
Jeder Wert unterliegt einer Wertschätzung, die immer von einem Subjekt ausgeht. Die subjektive Wertschätzung bezieht sich sowohl auf andere Subjekte als auch auf Objekte. Ohne Subjekte gibt es also keine Wertschätzung. Da Subjekte besonders intensiv auf andere Subjekte reagieren und in eine emotionale Interaktion mit ihnen treten, bin ich in der Wertfrage bei den Akteuren angekommen – den Designern.

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