Kooperation – Netzwerker

Wie entwickeln Sie sich als Designer_in vom Einzelkämpfer zum Netzwerker?

Designer sind traditionell eher individualistische Einzelkämpfer. Sie tun sich schwer, größere Unternehmenseinheiten zu bilden. Ebenso schwer fällt es Designern, sich in Berufsverbänden zu organisieren. Der Organisationsgrad der Designer in den derzeit fünf deutschen Berufsverbänden wird mit knapp fünf Prozent beziffert. Das liegt sicher nicht nur an der hohen Anzahl prekär-wirtschaftlicher Verhältnisse, sondern primär an den hierarchischen (teilweise präsidialen) Strukturen aus dem letzten Jahrhundert, die diese wenigen Verbände zelebrieren. Seit über zehn Jahren aber zeigt sich ein Trend zur regionalen Organisation und Vernetzung, der sicher weiter zunehmen wird. Solche vernetzte Strukturen ähneln viel mehr den heterarchischen Strukturen. Gerade dieser Hang zur Individualität wird sich in Zukunft als ein Vorteil erweisen. Designer sind deshalb prädestiniert für Kooperationen in Netzwerken.

 
Kooperationen
 
Im Allgemeinen unterscheidet man zwischen synergetischen und additiven Kooperationen. Von synergetischer Kooperation spricht man, wenn die Kooperationspartner durch ihre Zusammenarbeit etwas Neues schaffen, was ohne Kooperation nicht hätte entstehen können. Die synergetische Kooperation basiert auf unterschiedlichen Einzelqualifikationen. Additiv ist eine Kooperation dann, wenn sich die gleichen Einzelqualifikationen zusammentun.
 
 
Virtuelle Gemeinschaften
 
Individuen, die gemeinsame Ziele verfolgen und dafür über spezielle Medien in einem sozialen Netzwerk interagieren, nennt man eine virtuelle Gemeinschaft (virtual community). Im Gegensatz zu traditionellen Gemeinschaftsformen ist eine virtuelle Gemeinschaft unabhängig von geographischen, politischen oder kulturellen GrenzenVirtuelle Gemeinschaften ähneln nichtvirtuellen Gemeinschaften insofern, als beide einen vergleichbaren sozialen Nutzen anbieten. Eine virtuelle Gemeinschaft (zum Zweck der Herstellung und Vermarktung von Waren oder Dienstleistungen) ist ein virtuelles Unternehmen, das unabhängig von geographischen Grenzen und unabhängig von einer geographischen Lokalisierungmit Unterstützung von Medienim Markt agieren kann.
 
 
Virtuelle Welt
 
Politiker und Beamte, Banker und Kapitalisten, Unternehmer und Marketingfachleute wurden von der normativen Kraft des Faktischen überrollt. Schon längst gibt es eine funktionierende virtuelle Welt mit eigenen Regeln, die die gesetzlich organisierte und voll besteuerte reale Welt ad absurdum führt. Diese neue virtuelle Welt hat sehr viel mit Design, aber erstaunlich wenig mit Designern zu tun. Dort findet die Zukunft des Designs bereits statt – und sie ist für Designer geradezu maßgeschneidert. Alle dafür nötigen Tools basieren auf den Grundlagen der Gestaltung. Die Zukunft gehört individuellen Querdenkern und Kreativen. Große Designprojekte werden (schon heute und) in Zukunft (mehr und mehr) von vernetzten Einzelkämpfern bearbeitet. Gerade die Loslösung von geographischen Grenzen beinhaltet für jeden Einzelnen die Chance, sein ganz persönliches Talent einzubringen.
 
 
Netzwerker
 
Neben ihren kreativen Fähigkeiten und einem Internet-Anschluss benötigen Netzwerker aber weitere Grundvoraussetzungen zum Netzwerken:
  • Wissen um die technologischen Möglichkeiten
  • klares Eigenmarketing und deutliche Profilierung
  • ausgeprägte Soft-Skills wie:
  • ... die Fähigkeit, eigene Handlungsziele mit den Einstellungen und Werten der virtuellen Partner zu verknüpfen
  • ... die Fähigkeit, das individuelle Talent im Sinne einer Gruppenaufgabe optimal einzubringen
  • ... Kritikfähigkeit
  • ... Teamfähigkeit
  • ... Kompromissfähigkeit
  • ... interkulturelle Kompetenz
  • ... Konfliktfähigkeit
  • ... emotionale Intelligenz
Designer lieben es, Regeln zu brechen. Jetzt haben sie die Chance, die Regeln der hierarchischen Strukturen der letzten Jahrtausende zu brechen und die Zukunft in interaktiven, heterarchischen Netzwerken zu gestalten.